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Erstmuster, Prototypen, Vorführware

Warenmuster versenden, ohne dass sie im Zoll liegen bleiben

Muster sind die Sendungen, die am häufigsten hängen bleiben, und fast immer aus demselben Grund: der Wert auf dem Papier passt nicht zu dem, was in der Kiste liegt. Ein begleitetes Muster beantwortet die Rückfrage, statt sie zu erben.

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Warum Muster stecken bleiben

Ein Warenmuster hat für den Absender keinen Verkaufswert und für den Zoll sehr wohl einen Warenwert. Wer null auf die Proformarechnung schreibt oder eine symbolische Summe, löst genau die Prüfung aus, die er vermeiden wollte. Die Behörde schätzt dann selbst, und diese Schätzung fällt selten günstig aus.

Der zweite Grund ist die Warenbeschreibung. Muster wird gern als Muster deklariert, was keine Warenbeschreibung ist, sondern eine Absichtserklärung. Auf das Papier gehört, was in der Kiste liegt: Material, Menge, Verwendungszweck, Zolltarifnummer und, wo es zutrifft, der Hinweis, dass die Ware zurückkommt.

Der dritte Grund ist der fehlende Plan für den Rückweg. Ein Vorführgerät, das als Handelsware eingeführt wird, muss beim Rückflug erneut angemeldet werden, und die im Zielland gezahlte Einfuhrsteuer holt sich anschließend fast niemand zurück. Der Rückweg gehört in denselben Auftrag wie der Hinweg.

Der vierte Grund ist der Termin. Muster reisen zu Messen, zu Abnahmen, zu Kundenterminen und zu Zulassungsstellen, und diese Termine verschieben sich nicht, weil eine Sendung in einem Lager auf die Beantwortung einer Rückfrage wartet. Bei Mustern ist die persönliche Anmeldung deshalb mehr wert als bei fast jeder anderen Warenart.

Die vier Verfahren, zwischen denen Sie wählen

Welches passt, entscheidet sich vor der Abholung und nicht an der Grenze.

  • Endgültige EinfuhrFür Verbrauchsmuster, die beim Empfänger bleiben. Der einfachste Weg, Abgaben fallen an, und der Empfänger trägt sie, solange nichts anderes schriftlich vereinbart ist.
  • Vorübergehende VerwendungFür Geräte, die wieder zurückkommen. Anmeldung mit Sicherheitsleistung, feste Frist, Nachweis der Wiederausfuhr. Wird die Frist versäumt, wird die Sicherheit einbehalten.
  • Carnet ATAEin Dokument für alle beteiligten Länder, ein Jahr gültig, ausgestellt von Ihrer Industrie- und Handelskammer. Der bequemste Weg für Messen, Vorführungen und Berufsausrüstung.
  • Warenverkehr in der UnionInnerhalb des Binnenmarkts entfällt die Zollanmeldung. Was bleibt, sind Nachweise für die Umsatzsteuer und bei Prototypen die Frage, wer die Ware unterwegs sehen darf.
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Was auf die Proformarechnung gehört

Sechs Felder entscheiden darüber, ob die Sendung durchläuft.

01

Ein belastbarer Wert

Marktwert oder Herstellkosten, nicht null und nicht ein symbolischer Betrag. Bei Prototypen ohne Markt sind die Herstellkosten die Größe, die eine Behörde nachvollziehen kann und die auch eine Versicherung akzeptiert.

02

Eine echte Warenbeschreibung

Was es ist, woraus es besteht, wozu es dient. Ein Steuergerät für Prüfzwecke ist eine Beschreibung, ein Muster ist keine. An der Beschreibung hängt die Zolltarifnummer und damit der Satz.

03

Die Zolltarifnummer

Sechs Stellen international, mehr für Ausfuhr und Einfuhr. Sie gehört auf das Papier, auch wenn keine Abgaben anfallen, weil ohne sie keine Anmeldung erstellt werden kann.

04

Der Verwendungszweck

Ansicht, Prüfung, Abnahme, Messe, Zulassung oder Verbrauch. Daran hängt, welches Zollverfahren gewählt wird, ob eine Sicherheitsleistung fällig wird und wie lange die Ware im Zielland bleiben darf, ohne dass Abgaben entstehen.

05

Der Hinweis auf den Rückweg

Steht dort, dass die Ware zurückkommt, wird sie anders behandelt. Fehlt der Hinweis, gilt sie als eingeführte Handelsware, und der Rückweg wird zu einem zweiten Zollvorgang mit eigenen Kosten.

06

Ausführer, Empfänger, EORI

Vollständige Anschriften, Ansprechpartner, Telefonnummer und die EORI-Nummer des Ausführers. Eine unvollständige Empfängeranschrift ist der häufigste Grund, warum eine Anmeldung zurückgewiesen wird, und die Korrektur kostet regelmäßig mehr Zeit als der ganze Flug.

Von der Anfrage bis zur Rückkehr des Musters

  1. 01

    Verfahren festlegen

    Bleibt das Muster oder kommt es zurück. Diese eine Frage entscheidet über Papiere, Kosten und Aufwand am Zielort, und sie wird vor der Abholung beantwortet.

  2. 02

    Papiere erstellen

    Proformarechnung, Packliste, Ausfuhranmeldung, bei Bedarf Carnet ATA. Beim Carnet werden die Positionen einzeln erfasst, weil nur aufgeführte Ware auch abgedeckt ist.

  3. 03

    Abholung und Abgleich

    Der Kurier vergleicht Ware und Papier Position für Position. Was nicht auf der Liste steht, reist nicht mit, weil eine Abweichung an der Grenze teurer ist als eine Verzögerung im Versand.

  4. 04

    Ausfuhrstempel

    Beim Carnet wird der Ausfuhrstempel vor dem Abflug gesetzt. Fehlt er, ist das Dokument beim nächsten Grenzübertritt wertlos und die Sicherheitsleistung steht im Feuer.

  5. 05

    Einfuhr am Ziel

    Der Kurier meldet persönlich an und beantwortet Fragen zu Wert und Verwendung im Gespräch. Bei Vorführware wird die Wiederausfuhrfrist notiert und an Sie gemeldet.

  6. 06

    Rückweg und Abschluss

    Nach Messe oder Abnahme geht die Ware denselben Weg zurück, mit den Stempeln, die das Verfahren abschließen. Erst damit ist die Sicherheitsleistung wieder frei.

Was ein begleitetes Muster wirklich einspart

Der Vorteil liegt nicht darin, dass ein Mensch schneller läuft. Er liegt darin, dass die Rückfrage sofort beantwortet wird. Eine unbegleitete Mustersendung, bei der die Behörde den Wert anzweifelt, wartet auf eine schriftliche Auskunft aus einem Land, in dem gerade Feierabend ist. Dieselbe Frage an einen anwesenden Kurier ist ein kurzes Gespräch.

Der zweite Vorteil ist die Verpackung. Erstmuster, Prototypen und Vorführgeräte sind oft empfindlich, häufig einmalig und selten seriengerecht verpackt. Wer sie in ein Sortiernetz gibt, gibt sie auf ein Band, das für Kartons gebaut wurde. Beim Onboard Kurier bleibt die Kiste beim Kurier und wird nicht gestapelt.

Der dritte Vorteil ist die Geheimhaltung. Ein Vorserienteil verrät, was Sie im nächsten Jahr bauen. Eine Sendung, die durch drei Betriebe läuft, ist an drei Stellen einsehbar und an drei Stellen fotografierbar. Eine Sendung, die eine geprüfte Person trägt, ist es nicht.

Musterart und passendes Verfahren

Was Sie schickenVerfahrenWorauf zu achten ist
Verbrauchsmuster, bleibt beim KundenEndgültige EinfuhrRealistischer Wert, Empfänger trägt die Abgaben
Erstmuster zur Abnahme, kommt zurückVorübergehende VerwendungFrist notieren, Wiederausfuhr nachweisen
Vorführgerät für eine MesseCarnet ATAPositionsliste vollständig, Stempel an jeder Grenze
Prototyp unter GeheimhaltungVorübergehende VerwendungVerschwiegenheitserklärung, Verpackung bleibt zu
Prüfteil innerhalb der UnionKeine ZollanmeldungNachweis für die Umsatzsteuer, Lieferschein mitführen

Fragen zum Musterversand

01Welchen Wert soll ich angeben?

Den realistischen Marktwert oder die Herstellkosten, nie null und nie einen symbolischen Betrag. Bei Prototypen, für die es keinen Markt gibt, sind die Herstellkosten die belastbare Größe. Ein zu niedriger Wert spart keine Abgaben, er erzeugt eine Prüfung und eine eigene Schätzung der Behörde.

02Brauche ich ein Carnet ATA?

Wenn das Gerät zurückkommt und in ein Land außerhalb der Union geht, in aller Regel ja. Innerhalb der Union brauchen Sie keines. Bei einer einzelnen Reise in ein Nichtmitgliedsland kann die vorübergehende Verwendung mit Sicherheitsleistung der schnellere Weg sein.

03Können Sie das Carnet für uns beantragen?

Das Carnet stellt Ihre Industrie- und Handelskammer aus, weil es an Ihr Unternehmen gebunden ist. Wir sagen Ihnen, was in die Positionsliste gehört, und der Kurier sorgt dafür, dass die Stempel an beiden Enden tatsächlich gesetzt werden.

04Was passiert, wenn sich die Rückkehr verschiebt?

Dann muss die Frist verlängert werden, bevor sie abläuft. Wir melden den Ablauftermin, sobald er im Zielland vermerkt wurde. Wer die Frist verstreichen lässt, verliert die Sicherheitsleistung und handelt sich eine Einfuhr ein, die niemand wollte.

05Reisen Prototypen unter Geheimhaltung mit?

Ja. Der Kurier unterzeichnet vor der Übernahme eine Verschwiegenheitserklärung, die Verpackung bleibt verschlossen, und er erfährt nur, was Zoll und Sicherheitskontrolle verlangen. Wo Sie eigene Vorlagen haben, verwenden wir Ihre statt unserer.

Sagen Sie uns, ob das Muster zurückkommt

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