Juweliere und Manufakturen
Einzelstücke zu Kunden, zur Begutachtung oder zur Reparatur ins Stammhaus. Meist unwiederbringlich, oft mit Terminen, die an einem Ereignis hängen und sich deshalb nicht verschieben lassen.
Bei Wertsachen ist die Versicherung nicht das Sicherheitskonzept, sondern das, was übrig bleibt, wenn das Sicherheitskonzept versagt hat. Wir arbeiten an der Reihenfolge davor: eine geprüfte Person, keine Zwischenlagerung, eine Übergabe an einen Namen.
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Eine hohe Deckungssumme ersetzt einen Verlust, sie verhindert ihn nicht. Bei Einzelstücken, bei Sammlerware und bei Auftragsarbeiten ersetzt sie ihn nicht einmal wirklich, weil das Stück nicht wiederbeschaffbar ist und die Wartezeit auf eine Neuanfertigung in Monaten gerechnet wird.
Am Anfang steht deshalb nicht die Police, sondern die Frage, an wie vielen Stellen die Ware unbeaufsichtigt ist. Bei einem Onboard Kurier lautet die Antwort: an keiner. Die Ware ist bei einer Person, die dafür geprüft, geschult und versichert wurde, und diese Person ist Ihnen namentlich bekannt, bevor sie losfährt.
Die Versicherung kommt danach. Eine Deckung auf den deklarierten Wert wird auf Anfrage eingedeckt und vor der Abholung schriftlich bestätigt. Ohne diese Bestätigung fährt niemand los. Auf die Haftung der Fluggesellschaft verlassen wir uns dabei nicht, weil sie nach dem Montrealer Übereinkommen gedeckelt ist und mit dem Wert solcher Sendungen nichts zu tun hat.
Der zweite Baustein ist Unauffälligkeit. Ein Wertkurier reist wie ein Geschäftsreisender: ohne Beschriftung, ohne Aufsehen, mit einem gewöhnlichen Sitzplatz in einem Linienflug. Was am Flughafen niemandem auffällt, zieht auch niemanden an.
Fünf kurze Fragen. Ein Disponent antwortet mit einer benannten Verbindung, der Zustellzeit und einem festen Preis, Tag und Nacht.
Einzelstücke zu Kunden, zur Begutachtung oder zur Reparatur ins Stammhaus. Meist unwiederbringlich, oft mit Terminen, die an einem Ereignis hängen und sich deshalb nicht verschieben lassen.
Komplikationen, Prototypen und Reparaturrückläufer zwischen Werk, Konzession und Kunde. Der Rückweg ist zollrechtlich der heikle Teil, weil ohne Nachweis der Ausfuhr am Ende zweimal verzollt wird.
Barren, Granulat und Halbzeug in kleinen Mengen mit hohem Wert. Hier zählen die Meldepflichten und die saubere Deklaration mehr als jede eingesparte Stunde, weil ein Fehler in der Anmeldung die ganze Sendung festsetzt.
Lose vor einer Auktion, verkaufte Stücke danach, Leihgaben für Ausstellungen. Die Termine liegen fest, und die Rückführung nach dem Ereignis gehört in denselben Auftrag wie der Hinweg.
Ansichtssendungen und Nachlassstücke. Hier ist die Frage der Einfuhrabgaben vorher zu klären, weil eine unerwartete Rechnung an der Haustür die Ansicht beendet, bevor sie überhaupt begonnen hat.
Stücke zur Begutachtung und wieder zurück. Die dokumentierte Obhutskette ist hier kein Beiwerk, sondern der Grund, warum das Gutachten später vor einem Gericht oder einem Versicherer überhaupt Bestand hat.
Warenart, deklarierter Wert, Strecke, Termin. Ohne den Wert gibt es kein belastbares Angebot, weil er über Deckung, Kurierauswahl und Verfahren entscheidet.
Die Versicherungsbestätigung liegt vor, bevor der Kurier startet. Sie nennt Stück, Wert, Strecke und Zeitraum, damit im Schadensfall nichts ausgelegt werden muss.
Im Geschäft, in der Werkstatt, im Tresorraum. Stück für Stück gegen die Liste, versiegelt, quittiert, mit Uhrzeit und Ort im Auftrag.
Angemeldet und nicht improvisiert. Bei Edelmetall gehören die Meldepflichten dazu, und der Kurier führt die Papiere getrennt von der Ware mit.
Der Kurier meldet an, legt die Rechnung vor und beantwortet Fragen zu Herkunft und Wert. Das kostet Minuten und erspart eine Beschlagnahme.
Gegen Ausweis, mit Unterschrift, Zeitstempel und auf Wunsch mit Foto. Der Nachweis geht sofort an Sie und nicht am Ende des Tages.
Ein großer Teil des Wertsachenverkehrs ist Rundverkehr. Ware geht zu einer Messe, in eine Ausstellung oder zu einem Kunden zur Ansicht, und sie kommt zurück. Schief geht regelmäßig der Rückweg, weil er beim Hinweg nicht mitgedacht wurde und dann als neue Ausfuhr behandelt werden muss.
Das richtige Werkzeug dafür ist das Carnet ATA, und wo es nicht greift, die vorübergehende Verwendung mit Sicherheitsleistung. Beides braucht Stempel an beiden Enden, und beides scheitert, wenn niemand dabei ist, der weiß, dass diese Stempel gebraucht werden. An dieser Stelle ist ein erfahrener Kurier mehr wert als der schnellste Flug.
Bei Ansichtssendungen an Privatkunden klären wir vorher, wer die Einfuhrabgaben trägt. Ist nichts vereinbart, trägt sie der Empfänger, und das ist bei einem Stück, das er nur ansehen wollte, die falsche Überraschung. Steht die Regelung im Auftrag und in der Rechnung, entsteht dieser Streit gar nicht erst.
Was angemeldet wird, hängt von Ware, Wert und Grenze ab.
| Fall | Was angemeldet wird | Was oft vergessen wird |
|---|---|---|
| Verkaufte Ware, endgültig | Handelsrechnung mit tatsächlichem Wert | Wer die Einfuhrabgaben trägt, steht nirgends |
| Ansicht und Rückgabe | Vorübergehende Verwendung oder Carnet ATA | Die Frist läuft ab dem Grenzübertritt |
| Reparatur und Rückversand | Nachweis der ursprünglichen Ausfuhr | Ohne Nachweis wird das eigene Stück verzollt |
| Edelmetall in Barrenform | Deklaration nach den Regeln des Ziellandes | Meldepflichten gelten auch für begleitete Ware |
01Wie hoch kann die Deckung sein?
Das hängt vom Stück, vom Ziel und von der Vorlaufzeit ab und wird vor der Buchung schriftlich bestätigt. Ohne diese Bestätigung fährt niemand los. Bei sehr hohen Werten teilen wir eine Sendung lieber auf zwei Kuriere und zwei Verbindungen auf.
02Transportieren Sie Bargeld?
Nein. Bargeld und bargeldnahe Instrumente nehmen wir nicht an, weder als Sendung noch als Beiladung. Das ist eine feste Regel und nicht verhandelbar, weil sie Kurier, Kunde und Auftrag gleichermaßen schützt.
03Wer trägt die Einfuhrabgaben?
Der Empfänger, wenn nichts anderes schriftlich vereinbart ist. Bei Ansichtssendungen und bei Reparaturen wird das vorher geregelt und in Rechnung und Auftrag geschrieben. Sonst bekommt Ihr Kunde eine Rechnung, mit der er nicht gerechnet hat.
04Reist der Kurier bewaffnet oder mit Begleitung?
Nein. Der Schutz liegt in der Unauffälligkeit, in der geprüften Person und in einer Route ohne unbeaufsichtigte Zeiten. Wo ein Ziel mehr verlangt, organisieren wir am Boden eine bewachte Abholung, und zwar vor dem Abflug und nicht nach der Landung.
05Können Sie mehrere Stücke an mehrere Empfänger bringen?
Ja, wenn die Stationen in einer sinnvollen Reihenfolge liegen und jeder Empfänger namentlich benannt ist. Jede Übergabe wird einzeln quittiert, und der Kurier führt die verbleibenden Stücke bis zur letzten Station versiegelt mit sich.
Mit diesen drei Angaben, der Strecke und dem Termin steht Ihr Angebot innerhalb von 15 Minuten, mit festem Preis, benannter Verbindung und der Deckung, die wir schriftlich bestätigen. Erst danach fährt ein Kurier los, und seinen Namen kennen Sie vorher.