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Vorübergehende Verwendung, ein Jahr

Carnet ATA: der Onboard Kurier legt es an jeder Grenze selbst vor

Das Carnet ATA ist das eleganteste Zolldokument, das es gibt, und das mit den stillsten Fehlern. Fast alle heißen gleich: ein Stempel fehlt, es merkt niemand, und die Rechnung kommt Monate später von der Kammer, die für Sie gebürgt hat.

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Wofür das Carnet gemacht ist

Das Carnet ATA deckt drei Warenkategorien ab: Warenmuster, Messe- und Ausstellungsgut sowie Berufsausrüstung. Gemeinsam ist ihnen, dass die Ware wieder in das Land zurückkehrt, aus dem sie kommt, und deshalb am Ziel nicht endgültig eingeführt wird. Statt an jeder Grenze eine Sicherheit zu stellen, tragen Sie ein Dokument mit sich, für das eine Kammer bürgt.

Ausgestellt wird es in Deutschland von der zuständigen Industrie- und Handelskammer, und zwar auf das Unternehmen, dem die Ware gehört. Es gilt ein Jahr und deckt in dieser Zeit beliebig viele Grenzübertritte in den teilnehmenden Ländern ab. Welche Länder das sind, ändert sich, und es ist der erste Punkt, den wir bei einer Anfrage prüfen.

Das Herzstück ist die Allgemeine Liste auf der Rückseite des Deckblatts. Dort steht jeder Gegenstand mit Beschreibung, Anzahl, Gewicht, Wert und, wo es sie gibt, mit der Seriennummer. Was dort nicht steht, ist nicht im Carnet, und nachtragen lässt sich das später nicht. Eine Kamera, die kurzfristig getauscht wird, fällt aus dem Dokument heraus.

Nicht abgedeckt sind Ware, die verkauft werden soll, Verbrauchsmaterial, Ersatzteile zum Einbau und verderbliche Ware. Wer ein Muster im Zielland lässt, muss es dort nachverzollen, und das Carnet nimmt ihm diese Arbeit nicht ab, es macht sie nur sichtbar.

Vom Antrag bis zur Entlastung

Sieben Schritte, von denen die mittleren fünf am Schalter stattfinden und deshalb einen Menschen brauchen, der sie kennt.

  1. 01

    Antrag bei der Kammer

    Sie reichen die Allgemeine Liste mit Beschreibung, Anzahl, Gewicht, Wert und Seriennummern ein. Je genauer diese Liste ist, desto weniger Fragen entstehen später an den Grenzen.

  2. 02

    Sicherheit hinterlegen

    Die Kammer verlangt eine Sicherheit, meist als Bankbürgschaft oder Hinterlegung. Sie deckt die Abgaben ab, die anfallen würden, wenn die Ware im Ausland bliebe.

  3. 03

    Ausfuhr im Abgangsland

    Die Zollstelle prüft die Ware gegen die Liste, trennt das gelbe Zählblatt für die Ausfuhr ab und stempelt den Stammabschnitt. Ab hier läuft die Frist für die Wiedereinfuhr.

  4. 04

    Einfuhr am Ziel

    Am Bestimmungsort wird das weiße Zählblatt für die Einfuhr abgetrennt. Die Zollstelle trägt ein, bis wann die Ware wieder ausgeführt sein muss. Dieses Datum ist die wichtigste Zahl im ganzen Dokument.

  5. 05

    Wiederausfuhr am Ziel

    Vor dem Rückflug wird das zweite weiße Blatt abgetrennt. Wird dieser Stempel vergessen, gilt die Ware im Zielland als verblieben, und die Forderung kommt später über die bürgende Kammer bei Ihnen an.

  6. 06

    Wiedereinfuhr zu Hause

    Bei der Rückkehr wird das zweite gelbe Blatt abgetrennt. Damit ist der Kreis geschlossen, und die Ware ist zollrechtlich wieder dort, wo sie hergekommen ist.

  7. 07

    Rückgabe und Entlastung

    Das Carnet geht zurück an die Kammer, die es auf Vollständigkeit prüft und die Sicherheit freigibt. Erst mit dieser Entlastung ist der Vorgang tatsächlich beendet.

Carnet ATA: der Onboard Kurier legt es an jeder Grenze selbst vor: welche Ware, welches Land?Ein Tipp startet die Anfrage. Ein Disponent antwortet innerhalb von 15 Minuten, Tag und Nacht.
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Die Teile eines Carnets

Wer die Farben kennt, weiß am Schalter, welches Blatt gezogen wird.

  • DeckblattDer grüne Umschlag mit Inhaber, Verwendungszweck, Gültigkeit und Länderkreis. Er bleibt im Dokument und wird an jeder Station vorgelegt, nicht abgetrennt.
  • Allgemeine ListeDie Aufstellung aller Gegenstände mit Wert und Seriennummer. Sie ist Teil jedes Zählblatts und der Maßstab, an dem die Zollstelle die Ware prüft.
  • Gelbe ZählblätterFür Ausfuhr und Wiedereinfuhr im Abgangsland. Sie belegen, dass die Ware das Land verlassen hat und vollständig zurückgekommen ist.
  • Weiße ZählblätterFür Einfuhr und Wiederausfuhr im Bestimmungsland. Das Paar gehört zusammen, und das zweite Blatt ist das, an dem die meisten Vorgänge scheitern.
  • Blaue ZählblätterFür den Transit durch ein Land, in dem die Ware weder eingeführt noch verwendet wird. Sie werden gebraucht, sobald ein Umstieg mit Verlassen des Transitbereichs ansteht.
  • Stamm und TrennabschnittJedes Zählblatt besteht aus zwei Teilen. Den Trennabschnitt behält die Zollstelle, der Stammabschnitt bleibt im Heft und ist Ihr Beleg. Beide brauchen den Stempel.

Wo Carnets scheitern

Der häufigste Fehler ist der fehlende Stempel bei der Wiederausfuhr. Er fällt niemandem auf, weil die Ware ja zu Hause ankommt. Auffällig wird er erst, wenn die Zollverwaltung des Ziellandes die Abgaben bei der bürgenden Kammer anfordert, und die holt sie sich bei Ihnen. Zwischen dem Fehler und der Forderung liegen Monate.

Der zweitgrößte Fehler ist die Liste. Ein Gerät, das kurzfristig gegen ein baugleiches getauscht wird, hat eine andere Seriennummer und ist damit nicht die Ware des Carnets. Ebenso fällt ein Zubehörteil heraus, das jemand am Abend vorher noch in den Koffer legt, weil es auf keiner Zeile steht.

Dazu kommen die stillen Fälle: eine abgelaufene Gültigkeit, ein Land, das kein Carnet annimmt, ein Muster, das vor Ort doch verkauft wurde, eine Maschine, die im Einsatz verändert wurde. Ob sich ein solcher Vorgang noch heilen lässt, entscheidet die Zollverwaltung des betroffenen Landes. Wir beschreiben Verfahren und erteilen keine Rechtsberatung.

Ein Begleiter beseitigt genau die erste Fehlerquelle. Er legt das Carnet an jeder Station selbst vor, sieht zu, dass der richtige Abschnitt gezogen wird, und prüft den Stempel, bevor er weitergeht. Er meldet die Ware persönlich an, und eine Rückfrage wird beantwortet, während sie gestellt wird. Bei unbegleiteter Fracht übernimmt das ein Abfertiger, der die Ware nicht kennt und den niemand fragt, wenn etwas fehlt.

Wann ein Carnet die richtige Wahl ist

Sechs Fälle aus der Praxis, in denen sich der Aufwand für das Dokument rechnet.

01

Messeauftritt mit Exponaten

Exponate, Standtechnik und Vorführmuster reisen zu einem festen Termin und kommen vollständig zurück. Das Carnet spart die Sicherheitsleistung am Ziel und erspart dem Standteam eine Diskussion, für die im Aufbau keine Zeit ist.

02

Vorführgerät beim Kunden

Ein Gerät wird gezeigt, getestet und wieder mitgenommen. Mit Seriennummer im Carnet ist die Wiederausfuhr eine Formsache. Ohne Carnet steht am Ziel eine Sicherheitsleistung an, die Sie hinterher zurückholen müssen.

03

Musterkollektion im Vertrieb

Textil, Leder, Schmuck und Uhren reisen von Termin zu Termin durch mehrere Länder. Ein Dokument trägt die Kollektion durch alle Grenzen, und die Kollektion bleibt in der Hand einer Person statt in einem Frachtlager.

04

Prüf- und Messtechnik im Einsatz

Kalibrierte Messmittel, die vor Ort gebraucht und danach zurückgebracht werden. Die Kalibrierung verträgt keine Umwege, und das Carnet verhindert, dass das Gerät für Tage in einer Abfertigung liegt.

05

Kamera- und Tontechnik

Produktionstechnik reist in Sätzen, und ein einzelnes fehlendes Teil macht den Satz unbrauchbar. Die Allgemeine Liste zwingt zu einer vollständigen Inventur, und genau das ist vor dem Abflug ihr eigentlicher Nutzen.

06

Berufsausrüstung eines Technikers

Werkzeug und Diagnosegerät für einen Serviceeinsatz. Hier ist der Kurier oft zugleich der Techniker, und dann trägt eine Person Ausrüstung, Carnet und Verantwortung, was die Abstimmung deutlich verkürzt.

Carnet oder ein anderer Weg

Nicht jede vorübergehende Ausfuhr braucht ein Carnet. Diese Zuordnung nehmen wir bei der Anfrage vor.

FallWegWarum
Ware kommt zurück, mehrere LänderCarnet ATAEin Dokument statt einer Sicherheit je Grenze
Ware kommt zurück, ein Land, kurzVorübergehende Verwendung mit SicherheitOft schneller zu beschaffen als ein Carnet
Ware wird am Ziel verkauftNormale Ausfuhr und EinfuhrVerkauf ist vom Carnet nicht gedeckt
Verbrauchsmaterial und Muster zum VerbleibNormale Einfuhr am ZielNichts kehrt zurück, nichts wird entlastet
Gerät zur ReparaturVeredelungsverfahrenSonst wird bei der Rückkehr der volle Wert verzollt
Zielland nimmt kein Carnet anSicherheitsleistung vor OrtDer Länderkreis wird vor der Buchung geprüft

Fragen zum Carnet, die vor dem Flug kommen

01Wie lange dauert die Ausstellung?

Das entscheidet die Kammer und nicht wir, und es hängt daran, wie vollständig die Allgemeine Liste eingereicht wird. Planen Sie das Carnet als eigenen Vorgang neben der Sendung, nicht als Anhang. Für kurzfristige Fälle prüfen wir mit Ihnen, ob eine vorübergehende Verwendung mit Sicherheitsleistung der schnellere Weg ist.

02Kann ein Kurier mit einem Carnet reisen, das auf uns ausgestellt ist?

Das Carnet gehört dem Unternehmen, dem die Ware gehört. Vorlegen darf es die Person, die die Ware führt, mit einer entsprechenden Bevollmächtigung im Dokument. Wir klären diesen Punkt vor der Abholung, damit am Schalter nicht die Frage auftaucht, wer der Vertreter des Inhabers ist.

03Was kostet ein fehlender Stempel?

Im schlechtesten Fall die Einfuhrabgaben des Ziellandes auf den vollen Wert, dazu Verwaltungskosten der bürgenden Kammer. Die Forderung erreicht Sie mit Verzögerung und dann, wenn niemand mehr weiß, wer an jenem Tag am Schalter stand. Deshalb prüft der Kurier jeden Stempel, bevor er den Schalter verlässt.

04Deckt das Carnet auch den Transit über ein drittes Land ab?

Dafür gibt es die blauen Zählblätter. Sie werden gebraucht, sobald die Ware in einem Zwischenland zollrechtlich in Erscheinung tritt, etwa bei einem Umstieg mit Verlassen des Transitbereichs. Welche Blätter Ihre Route braucht, sagen wir Ihnen, wenn wir die Verbindung vorschlagen.

05Was ist, wenn ein Teil der Ware am Ziel bleibt?

Dann wird dieser Teil dort ordnungsgemäß eingeführt und verzollt, und das Carnet wird entsprechend abgeschrieben. Das ist vorgesehen und kein Drama, solange es angemeldet und nicht verschwiegen wird. Unangemeldet bleibende Ware ist der Fall, aus dem später eine Forderung wird.

06Können wir Sie kurzfristig mit einem bestehenden Carnet buchen?

Ja. Schicken Sie das Dokument und die Liste, dann sehen wir vor der Abholung nach, ob Gültigkeit, Länderkreis und Positionen zu der geplanten Reise passen. Die Antwort auf die Anfrage kommt in fünfzehn Minuten, die Prüfung des Dokuments hängt an seiner Länge.

Wo diese Frage besonders zählt

Das Carnet lohnt sich überall dort, wo die Ware wieder zurückkommt und eine Zollgrenze dazwischenliegt. Diese sechs Ziele sind die häufigsten Fälle.

  • Zürich (ZRH), SchweizAusfuhr aus der Union, Einfuhr in die Schweiz. Die Mehrwertsteuer wird an der Grenze erhoben. Für Muster und Werkzeuge ist das Carnet der übliche Weg.
  • London (LHR), Vereinigtes KönigreichAusfuhranmeldung in Deutschland, Einfuhranmeldung im Vereinigten Königreich. Für Muster und Vorführgeräte ist das Carnet der einfachste Weg, für Handelsware die ordentliche Anmeldung.
  • Dubai (DXB), Vereinigte Arabische EmirateDie Einfuhr in die Emirate läuft über den roten Kanal, der Kurier meldet die Ware persönlich an. Für Muster, Werkzeuge und Vorführgeräte kommen je nach Fall Zollaussetzung oder Wiederausfuhr in Betracht. Die Einfuhrumsatzsteuer trägt, wenn nichts anderes schriftlich vereinbart ist, der Empfänger.
  • New York (JFK), Vereinigte StaatenDie Einreise in die Vereinigten Staaten erfolgt am ersten Ankunftsort, auch bei Weiterflug. Für Muster und Vorführware kommt das Carnet in Betracht, für Handelsware die förmliche Einfuhr. Elektronikgüter unterliegen zusätzlich der Ausfuhrkontrolle in Deutschland.
  • Singapur (SIN), SingapurDie Einfuhr ist schnell und formal. Für die meisten Waren fällt Umsatzsteuer an, Zölle nur in wenigen Kategorien. Die Warenbeschreibung muss eindeutig sein, Sammelbegriffe werden zurückgewiesen.
  • Tokio (HND), JapanJapan prüft gründlich und höflich. Eine vollständige, ehrliche Warenbeschreibung ist der schnellste Weg durch die Kontrolle.

Schicken Sie Liste und Route, wir sagen Ihnen, welche Blätter gebraucht werden

Nennen Sie die Gegenstände, die Länder und den Termin. In fünfzehn Minuten haben Sie Preis und Verbindung, dazu die Auskunft, welche Zählblätter Ihre Route verlangt und an welcher Station gestempelt wird. Der Kurier legt das Carnet an jeder Grenze selbst vor und prüft jeden Stempel, bevor er weitergeht. Das ist der Unterschied zwischen einem funktionierenden Carnet und einem Stück Papier mit Lücken.

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