Stoff und Einstufung
Sicherheitsdatenblatt oder Herstellererklärung, UN-Nummer und Klasse. Ohne diese Angaben lässt sich nicht sagen, ob die Sendung überhaupt in ein Flugzeug darf, und schon gar nicht in die Kabine.
Viele eilige Sendungen sind harmlos, bis jemand die Batterie sieht. Gefahrgut entscheidet nicht über die Dringlichkeit, sondern über den erlaubten Weg. Diese Frage gehört an den Anfang einer Anfrage, nicht an das Ende.
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Die Regeln kommen von der ICAO und werden von der IATA in den Dangerous Goods Regulations für die Praxis aufbereitet. Jeder gefährliche Stoff bekommt eine UN-Nummer, eine Klasse und eine Verpackungsanweisung. Erst diese Kombination entscheidet, ob eine Sendung als Fracht, als Gepäck oder gar nicht befördert werden darf.
Die Klassen reichen von explosiven Stoffen über entzündbare Flüssigkeiten bis zu ansteckungsgefährlichen Stoffen und den sogenannten verschiedenen gefährlichen Stoffen, in denen sich Lithiumbatterien und Trockeneis finden. Für den Alltag eines Eiltransports sind vor allem drei Gruppen relevant: Batterien, Kühlmittel und Chemikalien in Kleinmengen.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Fracht und Gepäck. Für Fracht gelten die Frachtvorschriften mit Anmeldung, Kennzeichnung und Schulungspflicht. Für Gepäck von Reisenden gelten eigene, deutlich engere Regeln, oft mit ausdrücklicher Zustimmung der Gesellschaft. Ein Onboard Kurier reist als Passagier, also gilt für ihn der Gepäckteil dieser Vorschriften.
Fünf kurze Fragen. Ein Disponent antwortet mit einer benannten Verbindung, der Zustellzeit und einem festen Preis, Tag und Nacht.
Ein Steuergerät mit Pufferbatterie, ein Messkoffer mit Akku, eine Probe in Alkohol, ein Aerosol zur Kalibrierung: Diese Sendungen wiegen wenig und sehen unauffällig aus. Nach den Regeln des Luftverkehrs sind sie Gefahrgut, mit allem, was daran hängt. Die Größe der Sendung ändert an der Einstufung nichts.
Der zweite Irrtum betrifft die Reisenden. Weil man Notebook und Telefon mitnehmen darf, wird angenommen, jede Batterie sei erlaubt. Für persönliche Geräte gelten Ausnahmen. Eine Ware, die transportiert wird, ist kein persönliches Gerät, auch wenn sie in dieselbe Tasche passt.
Deshalb steht diese Frage bei uns am Anfang. Wir fragen nach Stoff, Batterietyp, Nennenergie, Kühlmittel und Sicherheitsdatenblatt, bevor wir einen Preis nennen. Ein Angebot, das diese Fragen überspringt, ist kein schnelleres Angebot, sondern ein Angebot mit einem Kurier, der am Schalter abgewiesen wird.
Die Beurteilung im Einzelfall hängt an Stoff, Menge, Verpackung und der Zustimmung der Gesellschaft.
| Sendung | Übliche Einstufung | Was das für den Transport heißt |
|---|---|---|
| Steuergerät mit fest verbauter Zelle | Lithiumbatterie im Gerät | Häufig als begleitetes Gepäck möglich, Gerät gegen Einschalten gesichert, Zustimmung der Gesellschaft vorher klären |
| Ersatzakku ohne Gerät | Lithiumbatterie als eigene Sendung | Im Reisegepäck nicht vorgesehen, Weg über Luftfracht mit Gefahrgutabfertigung |
| Gewebeprobe auf Trockeneis | Trockeneis plus biologische Probe | Mengengrenze und Zustimmung der Gesellschaft, Verpackung muss Gas entweichen lassen |
| Chemikalie in Kleinmenge | Je nach Stoff entzündbar oder ätzend | Meist Frachtweg mit Gefahrgutanmeldung, im Gepäck regelmäßig ausgeschlossen |
| Magnetische Baugruppe | Prüfung auf magnetisches Material | Feldstärke am Packstück entscheidet, Messung oder Herstellererklärung erforderlich |
| Prototyp mit Drucktank | Gas unter Druck | Nur entleert und mit Nachweis, sonst Frachtweg mit passender Verpackungsanweisung |
Sicherheitsdatenblatt oder Herstellererklärung, UN-Nummer und Klasse. Ohne diese Angaben lässt sich nicht sagen, ob die Sendung überhaupt in ein Flugzeug darf, und schon gar nicht in die Kabine.
Typ, Anzahl, Nennenergie und ob die Zelle im Gerät verbaut ist. Danach richtet sich, ob ein Kurier das Teil begleiten kann oder ob es als Fracht mit Gefahrgutabfertigung reist.
Viele Fälle sind zulässig, aber genehmigungsbedürftig. Wir holen die Zustimmung vor der Buchung ein, damit am Schalter niemand improvisieren muss. Die Bestätigung liegt dem Kurier schriftlich vor, gemeinsam mit der Verpackungsanweisung und den Angaben zur Menge.
Manchmal löst eine andere Verpackung das Problem: entleerter Tank, getrennte Zelle, Kühlung mit Kühlakku statt Trockeneis. Wir schlagen die Variante vor, die fliegen darf. Diese Umstellung kostet im Werk eine halbe Stunde und rettet den Flug, der sonst gar nicht buchbar wäre.
01Kann ein Onboard Kurier überhaupt Gefahrgut mitnehmen?
In begrenztem Umfang und nur dort, wo die Gepäckvorschriften es zulassen, häufig mit ausdrücklicher Zustimmung der Gesellschaft. Vieles, was als Fracht zulässig ist, ist im Gepäck ausgeschlossen. Wir sagen Ihnen klar, welcher Weg für Ihre Sendung offensteht, auch wenn es nicht der schnellste ist.
02Wer haftet, wenn die Einstufung falsch war?
Die Verantwortung für die richtige Beschreibung liegt beim Versender. Eine falsche oder verschwiegene Einstufung ist kein Formfehler, sondern ein Verstoß mit Konsequenzen für alle Beteiligten. Deshalb übernehmen unsere Kuriere keine Sendung, deren Inhalt nicht benannt ist.
03Was ist mit Trockeneis für eine gekühlte Probe?
Trockeneis ist zulässig, aber mengenbegrenzt und zustimmungspflichtig, und die Verpackung muss das entstehende Gas entweichen lassen. Wenn die benötigte Menge die Grenze übersteigt, planen wir mit Kühlakkus, mit einer anderen Verpackung oder mit dem Frachtweg.
04Verzögert die Gefahrgutprüfung meinen Termin?
Sie kostet Minuten am Anfang und spart Stunden am Ende. Die Prüfung läuft parallel zur Suche nach dem nächsten planmäßigen Flug, sodass die Antwort weiterhin innerhalb von 15 Minuten bei Ihnen ist, mit einer belastbaren Aussage statt einer Hoffnung.
05Dürfen wir die Batterie einfach ausbauen?
Oft ja, und häufig ist das die schnellste Lösung. Dann reist das Gerät ohne Zelle im Gepäck und die Zelle geht getrennt oder bleibt vor Ort. Bitte dokumentieren Sie den Ausbau, damit der Kurier am Schalter erklären kann, was in der Verpackung ist.
Schicken Sie uns das Sicherheitsdatenblatt oder die Batteriedaten zusammen mit Abholort, Ziel und Gewicht. Wir prüfen den zulässigen Weg, holen nötige Zustimmungen ein und antworten innerhalb von 15 Minuten mit Abflughafen, Ankunftszeit und Festpreis oder mit einem ehrlichen Nein und einer Alternative.