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Glossar Luftfracht

Luftfracht im Zeitplan: warum der Flug selten der längste Teil der Strecke ist

Die Flugzeit steht im Flugplan, alles andere nicht. Zwischen Rampe und Empfänger liegen Abfertigung, Sicherheitsstatus, Annahmeschluss und Verzollung. Genau dort entscheidet sich, ob eine Sendung pünktlich ist. Der Flug ist der planbarste Teil.

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Wie eine Luftfrachtsendung aufgebaut ist

Eine Luftfrachtsendung besteht aus mehreren Abschnitten. Der Vorlauf bringt die Ware vom Versender zum Abfertigungsterminal. Dort wird angenommen, gewogen, gekennzeichnet, sicherheitlich behandelt und für den Flug gebaut. Der Hauptlauf ist der Flug selbst. Am Ziel folgen Abfertigung, Verzollung und der Nachlauf zum Empfänger.

Dokumentiert wird das mit dem Luftfrachtbrief, dem Air Waybill. Er ist Beförderungsdokument und Beleg zugleich, kein Wertpapier. Bei Sendungen über einen Spediteur kommt ein Hausluftfrachtbrief hinzu, weil mehrere Sendungen unter einem Hauptdokument zusammengefasst werden.

Für die Zeitplanung sind zwei Größen entscheidend: der Annahmeschluss am Abflugort und die Verfügbarkeit der Ware nach der Landung. Beide haben mit der Flugzeit nichts zu tun. Eine Sendung kann eine kurze Flugstrecke haben und trotzdem zwei Tage brauchen, weil sie an beiden Enden auf Abfertigung wartet.

Begriffe aus der Abfertigung

  • Air WaybillDer Luftfrachtbrief. Er begleitet die Sendung, dokumentiert den Beförderungsvertrag und enthält die Angaben, die Airline und Zoll für die Behandlung brauchen.
  • AnnahmeschlussDer letzte Zeitpunkt, zu dem eine Sendung für einen bestimmten Flug angenommen wird. Er liegt deutlich vor dem Abflug und richtet sich nach der Abfertigung.
  • Reglementierter BeauftragterEin zugelassenes Unternehmen, das Luftfracht sicherheitlich behandeln darf. Ohne diesen Status muss Fracht vor dem Flug kontrolliert werden.
  • SicherheitsstatusDie Kennzeichnung, ob eine Sendung als sicher gilt. Unsichere Fracht wird kontrolliert, was bei bestimmten Waren und Verpackungen Zeit und Zugriff kostet.
  • KonsolidierungDie Bündelung mehrerer Sendungen zu einer Frachteinheit. Sie senkt den Preis und verlängert die Bearbeitung an beiden Enden der Strecke.
  • VerfügbarkeitsmeldungDie Nachricht, dass eine Sendung nach der Landung abholbereit ist. Zwischen Landung und dieser Meldung liegen Entladung, Transport ins Lager und Erfassung.
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Wo die Zeit tatsächlich verloren geht

Der erste Punkt ist der Annahmeschluss. Wer am späten Nachmittag fertig wird, erreicht ihn oft nicht mehr und wartet auf den nächsten Tag. Ein Onboard Kurier hat dieses Problem nicht, weil er einen Sitzplatz bucht und die Sendung als Gepäck aufgibt oder in der Kabine trägt.

Der zweite Punkt ist die Sicherheitsbehandlung. Nicht jede Ware verträgt jedes Kontrollverfahren, und nicht jede Verpackung passt in jedes Gerät. Bei empfindlichen Baugruppen oder dichten Werkstoffen führt das zu manueller Kontrolle, also zum Öffnen der Verpackung, häufig ohne Anwesenheit des Versenders.

Der dritte Punkt ist die Verfügbarkeit nach der Landung. Zwischen Landung und Abholbereitschaft liegen mehrere Arbeitsschritte, dazu die Einfuhrabfertigung. Wer eine Ankunftszeit mit einer Verfügbarkeit verwechselt, plant an der Realität vorbei. Deshalb nennen wir bei begleiteten Sendungen die Übergabezeit und nicht die Landezeit.

Luftfracht und begleitete Sendung nebeneinander

Beides ist Luftverkehr, aber der Weg durch den Flughafen unterscheidet sich vollständig.

SchrittLuftfrachtOnboard Kurier
Übergabe der WareAm Frachtterminal bis zum AnnahmeschlussAm Werktor, sobald die Ware fertig ist
SicherheitsbehandlungKontrolle der Fracht, teils ohne VersenderPassagierkontrolle mit anwesendem Kurier
Im FlugzeugIm Frachtraum als FrachteinheitAls Handgepäck oder aufgegebenes Gepäck
Nach der LandungEntladung, Lager, VerfügbarkeitsmeldungDer Kurier verlässt das Terminal mit der Sendung
Letzter AbschnittNachlauf durch einen SpediteurDirekte Übergabe gegen Unterschrift
Bei RückfragenSendung liegt bis zur KlärungAnwesende Person zeigt Ware und Papiere

Wann Luftfracht die richtige Wahl ist

Wir empfehlen den Frachtweg immer dann, wenn er das Ziel erreicht, auch wenn wir daran nichts verdienen.

01

Bei Gewicht und Volumen

Über der Grenze von 32 Kilogramm je Kurier wird die Begleitung schnell unwirtschaftlich. Paletten, Maschinen und Serienlieferungen gehören in die Luftfracht, ohne Wenn und Aber.

02

Bei Gefahrgut

Vieles, was als Fracht mit Gefahrgutabfertigung zulässig ist, darf nicht als Reisegepäck mitgeführt werden. Dann ist der Frachtweg der einzige zulässige, nicht der zweitbeste. Wir sagen das auch dann, wenn Sie eine schnellere Antwort hören wollten.

03

Bei planbaren Terminen

Wenn zwischen Fertigstellung und Bedarf mehrere Tage liegen, spielt der Annahmeschluss keine Rolle. Der Preisunterschied ist dann das entscheidende Argument. Der Frachtweg gewinnt, und wir empfehlen ihn ohne Umschweife.

04

Bei Kombinationen

Kritische Erstmenge begleitet, Rest als Fracht. Diese Aufteilung hält den Termin und die Kosten zugleich und wird mit Ihrer Disposition abgestimmt. Für beide Teile nennen wir Ihnen die Zeiten, damit die Planung im Werk stimmt.

Fragen zum Vergleich

01Ist Luftfracht nicht immer günstiger?

Pro Kilogramm ja, pro Sendung oft nicht, wenn Vorlauf, Abfertigung, Nachlauf und Wartezeit dazukommen. Bei einer einzelnen kleinen Sendung mit engem Termin liegen die Wege näher beieinander, als der reine Kilopreis vermuten lässt. Wir rechnen Ihnen beides auf, wenn Sie fragen.

02Warum ist der Kurier oft schneller, obwohl beide fliegen?

Weil der Flug nicht der Engpass ist. Der Kurier umgeht Annahmeschluss, Frachtabfertigung, Lagerung und Verfügbarkeitsmeldung. Er geht durch die Passagierkontrolle und verlässt das Zielterminal mit der Sendung in der Hand, statt auf eine Freigabe zu warten.

03Können wir Luftfracht und Kurier kombinieren?

Ja, und das ist häufig die günstigste Lösung. Die Menge, die sofort gebraucht wird, reist begleitet, der Rest geht als Fracht nach. Wir stimmen die Aufteilung mit Ihnen ab und nennen für beide Teile die Zeiten, damit Ihre Planung stimmt.

04Was ist mit sehr wertvollen Sendungen?

Im Frachtweg gibt es dafür besondere Produkte mit erhöhter Sicherung. Bei begleiteten Sendungen liegt der Schutz in der Anwesenheit einer Person und in der lückenlosen Obhutskette. Zur Haftung sprechen wir Sie vorher an, weil die gesetzliche Grenze gewichtsbezogen ist.

05Wer bucht die Luftfracht, wenn wir uns dafür entscheiden?

In der Regel Ihr Spediteur, weil er Verträge und Kapazitäten hat. Wir sagen Ihnen offen, wenn ein Frachtweg Ihr Zeitfenster hält, damit Sie nicht für Begleitung bezahlen, die keinen Vorteil bringt. Das ist die Grundlage einer Zusammenarbeit über mehrere Aufträge.

Vergleich vor der Entscheidung

Nennen Sie uns Ware, Gewicht, Maße, Abholort, Ziel und Termin. Sie erhalten innerhalb von 15 Minuten eine Antwort mit Abflughafen, Ankunftszeit, Übergabezeit und Festpreis für den begleiteten Transport, dazu eine klare Aussage, ob ein Frachtweg denselben Termin schafft.

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